Wohin mit den Fotos? Teil 3

In Teil 1 ging es um Grundlegendes: Backup und Verschlagwortung. Im zweiten Teil um den etwas anspruchsvolleren Foto-Workflow. Und in diesem dritten Teil um Online Services zum sichern bzw. veröffentlichen der Fotos.

Alle hier vorgestellten Online Services erlauben es dem registrierten und eventuell zahlenden Benutzer, Fotos hochzuladen. Gründe das zu tun gibt es viele:

  • Veröffentlichen der Bilder, eventuell mit Zugangsbeschränkung, zB Passwort.
  • Als zusätzliche Sicherheitskopie.
  • Diskutieren der Bilder mit anderen Mitgliedern. Wird häufig von Fotoclubs eingesetzt.
  • Weitergabe zB an Druck-Dienstleister ohne dass die Bilder dazu nochmals hochgeladen werden müssen.
  • Zum Verkauf. Einige Anbieter wickeln den kompletten Verkaufsprozess für ihre Mitglieder ab, und behalten sich dafür einen Teil des Erlöses.
  • Erstellen von Web-Galerien bzw Slideshows, diese können dann bequem in die eigenen Web Seiten eingebunden werden.

Das Angebot an solchen Fotoablage-Anbietern ist groß, es ist unmöglich alle aufzuzählen. Ich will hier einige vorstellen, die ich selbst getestet habe und zum Teil auch laufend benutze.

Flickr von Yahoo ist die weltweit größte Community zum veröffentlichen von Fotos. Fast jeder, der etwas mit digitaler Fotografie zu tun hat ist hier present. Und das ist auch schon der größte Nachteil: es wird schnell unübersichtlich und es gibt auch sehr viel “Müll”.
Fotocommunity hier geht es bedeutend professioneller zu. Da es hauptsächlich von (Semi-) Profis und engagierten Amateuren benutzt wird und da die Anzahl der Bilder die hochgeladen werden dürfen auch für zahlende Kunden limitiert ist, gibt es hier fast ausschließlich Top-Fotos zu sehen.
Heise Foto Galerie Vor rund einem Jahr ist auch Heise eingestiegen. Auch hier finden sich, wie in der Fotocommunity, viele qualitativ hochwertige Fotos. Ist bisher noch Gratis.
Nikon MyPicturetown wird hauptsächlich, aber nicht nur, von uns Nikonianern benutzt. Es gibt viel Speicherplatz für wenig Geld. Das Interface ist sehr komplett und könnte fast die lokale Fotoverwaltung ersetzen, dafür ist es aber etwas langsam und gewöhnungsbedürftig.
Panoramio von Google. Eigentlich nichts besonderes, ABER: die Fotos welche GPS Daten enthalten erscheinen (nach einer Prüfung) auf Google Earth und Google Maps und erreichen schon alleine dadurch hohe Besucherzahlen.
Photoshop.com von Adobe. Als Besonderheit hat man hier auch die Möglichkeit die hochgeladenen Bilder im Browser zu editieren. Dazu stehen wie beim richtigen Photoshop verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, nur halt ein bisschen weniger, … und vor allem langsamer.
PicasaWeb ebenfalls von Google. Einfacher Service welcher naturgemäß gut mit der gleichnamigen Bilderverwaltungssoftware Picasa zuammenarbeitet.

Smugmug

ist einer der großen Anbieter; erlaubt viele Anpassungen am Layout und ist sehr reichhaltig ausgestattet. Aber auch relativ teuer.

Zenfolio

ist von der Ausstattung her praktisch identisch mit Smugmug, aber günstiger und meines Erachtens auch schneller.

Und jetzt noch zwei lokale, sprich Südtiroler Anbieter:
Sichtweise Südtiroler Fotoclub mit knapp 100 Mitglieder und einem sehr aktiven Kern.
Bildbox Südtirol ist eine Community mit Bildern rund um Südtirol.

Und hier die aktuelllen Preise mit den entsprechenden Begrenzungen.

Preis/Jahr Limits
Flickr Free 100 MB/Monat
Pro 30 $ unbegrenzt
Fotocommunity Free 1/Woche
Basic 48 € 10/Woche
Pro 72 € 15/Woche
World 96 € 30/Woche
Heise Foto Free ?
Nikon MyPicturetown 2 GB
Gold 20 GB
Panoramio 2 GB
Photoshop.com Free 2 GB
20GB 20 $ 10 GB
100GB 100 $ 100 GB
Picasa Web Free 1 GB
20GB 5 $ 20 GB
80GB 20 $ 80 GB
Smugmug Standard 50 $ unbegrenzt
Power User 60 $ unbegrenzt
Professional 150 $ unbegrenzt
Zenfolio Basic 25 $ 1 GB/Jahr
Unlimited 40 $ unbegrenzt
Premium 100 $ unbegrenzt

Das Hochladen der Fotos kann direkt über die Seite des Anbieters gemacht werden. Da das aber etwas umständlich ist, bieten die meisten auch eine getrennte Software zum Hochladen von Bildern bzw Bildergruppen an. Dabei stehen verschiedene Optionen zur Verfügung: Größe ändern, Metadaten reduzieren, Copyright-Wasserzeichen einbrennen, usw.
Wenn man die Fotos sowieso schon mit Lightroom 2 verwaltet, kann man sie auch direkt damit hochladen, und zwar mit den entsprechenden Plugins von Jeffrey Friedl. Das geht sehr einfach: Fotos auswählen, Export to…, einige Parameter einstellen, und Lightroom macht den Rest. In Lightroom 3 sollen solche Export-Plugins noch besser unterstützt werden (freu).

Ich persönlich bin seit Jahren auf Flickr zu finden, zum veröffentlichen und auch sichern der Fotos. Auf Panoramio lade ich nur die Bilder hoch, die ich auf Google Earth veröffentlichen möchte.
Da ich mit dem Layout von Flickr (weißer Hintergrund) und den limitieren Einstellungsmöglichkeiten schon länger unzufrieden bin, habe ich mich kürzlich bei der Konkurrenz umgesehen. Und da haben mir besonders Smugmug und Zenfolio gefallen. Ich habe mich schließlich für Zenfolio Unlimited entschieden (Klemmseckl!) und bin bisher sehr zufrieden damit.

Eingene Webseite: dies ist eine weitere Möglichkeit Fotos online zu stellen. Dazu registriert man diese bei einem Provider (zB register.it) und kauft sich genügend Speicherplatz dazu. Die Fotos werden dann mit geeigneter Software formatiert und hochgeladen. Dies kann ebenfalls mit Leightroom 2 geschehen oder mit spezieller Software wie zB jAlbum. Die Lösung ist flexibler als die oben genannten Services, nicht nur graphisch lässt sich viel mehr machen. Allerdings ist es auch mit bedeutend mehr Arbeit verbunden. Ein weiterer Nachteil: der Community Effekt fällt weitgehend weg.
Einige Beispiele solcher Seiten: Othmar Rederlechner, Michele Susanna, Alles Fotos.

Zum Abschluss noch meine Bilder auf Flickr, Zenfolio, Panoramio.
Und falls es noch Fragen gibt die ich beantworten kann… einfach einen Kommentar hinterlassen.

Wohin mit den Fotos? Teil 3Georg
10

One comment on "Wohin mit den Fotos? Teil 3"

  1. Hallo Georg, super Übersicht von Backup Lösungen für Fotos – vor allem online Lösungen kannte ich bisher nicht alle, die du aufgelistet hast. Bei Flickr hat sich das monatliche Limit übrigens von 100 auf 200MB Upload beim Freeaccount erhöht. Gruß Florian

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2016 by georg weis