HDR, erste Versuche

HDR steht in der Fotographie für “High Dynamic Range”, also hoher Dynamikumfang. Ein sehr detaillierte Artikel über HDR findet sich auf Wikipedia.

Die meisten (Hobby)-Fotografen kennen das, man fotografiert einen dunklen Wald, darüber ein heller, leicht bewölkter Himmel. Auf dem Foto sieht das aber ganz anders aus: entweder der Wald ist zu dunkel und man kann keine  Details mehr in den Ästen erkennen (unterbelichtet), oder der Wald ist korrekt belichtet, aber vom Himmel ist nur noch ein grelles Weiß zu sehen, von den Schäfchenwolken keine Spur (überbelichtet). Das kommt daher, daß der Sensor der Kamera und das Display, bzw der Drucker nur einen begrenzten Dynamikumfang haben.
Früher, als man noch den Film entwickelte, hat man das Problem mit dem sogenannten Abwedeln und Nachbelichten gelöst. Eine Technik die schon der bekannte Landschaftsfotograf Ansel Adams eingesetzt hat. Dabei wurde der hellere Teil des Bildes wärend des Belichtens abgedeckt (abgewedelt), bzw der dunkle Teil nachbelichtet. Das hat natürlich sehr viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert. Diese Techniken werden in der digitalen Bildbearbeitung auch eingesetzt, jedes einigermassen professionelle Bildbearbeitungsprogramm kann das, bei Lightroom zB macht man das mit dem Korrekturpinsel.
Diese Technik hat aber auch ihre Grenzen, wenn zB viele kleine dunkle Äste in den hellen Himmel ragen. Zwar hilft einem da die Software auch oft weiter, zB mit einer automatischen Maske, aber auch damit ist das Ergebniss nicht immer befriedigend.
Einen ganz anderen Weg geht man bei der Erstellung von HDR Bildern. Dabei berechnet eine spezielle Software aus verschieden belichteten Bildern nach bestimmten Algorithmen eine neues Bild auf welchem sowohl die hellen als auch die dunklen Partien korrekt belichtet erscheinen. Dazu brauchen wir aber schon mal mindestens drei identische Fotos mit verschiedenen Belichtungszeiten: eines korrekt belichtet, eines unterbelichtet (-2 Blendenstufen) und eines überbelichtet (+2 Blendenstufen). Ein stabiles Stativ ist hier Pflicht.
Nun gibt es aber auch hier eine Abkürzung: der Sensor einer DSLR hat eigentlich eine höhere Auflösung als die 8 Bit die wir im Jpeg wiederfinden, der arbeitet intern mit 12 bzw 14 bit. Das heisst er kann wesentlich mehr Farbabstufungen unterscheiden als wir am fertigen Jpeg Foto sehen. Diese volle Auflösung wird nur im RAW-Format korrekt abgebildet. Und diese RAW-Dateien können dann per Nachbearbeitung um zB 2 Blendenstufen über- bzw. unterbelichtet werden, dabei beobachten wir das Histogramm um Abschnitte zu vermeiden.
Diese drei Versionen desselben Bildes (0, –2, +2) exportieren wir und übergeben sie der HDR Software. Ich habe eine ältere Vollversion von Photomatix verwendet, aber es gibt natürlich auch viele andere. Die Steuerung dieser Software ist ein Kapitel für sich, es gibt jede Menge Parameter mit denen wir das Zusammenrechnen der Bilder beeinflussen können.

Und hier nun ein paar Fotos welche auf die eben beschriebene Weise entstanden sind.

 

 

 

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